Warum Sulfate eine Haarverlängerung innerhalb weniger Wochen ruinieren können

Sulfate gehören zu den am häufigsten verwendeten waschaktiven Substanzen in herkömmlichen Shampoos aus dem Supermarkt, darunter Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Laureth Sulfate und Ammonium Lauryl Sulfate.

Sie reinigen intensiv, schäumen stark und sind äußerst günstig in der Herstellung.

Bei natürlichem Haar entfernen sie den Talg, den die Kopfhaut anschließend wieder produziert. Bei Haarverlängerungen gibt es diesen natürlichen Ausgleich jedoch nicht: Die Haarsträhnen sind nicht mehr mit einer Haarwurzel verbunden. Was ausgewaschen wird, wird nie wieder ersetzt.

Die Längen trocknen aus, verknoten schneller und verlieren ihren Glanz.

Und es gibt noch einen Punkt, den viele Profis unterschätzen: die Befestigungen.

Regelmäßiges, aggressives Waschen kann die Keratinkapseln schwächen, ihre Oberfläche verändern und dazu führen, dass sich die Extensions lösen. Bei Tape-Extensions können ungeeignete Pflegeprodukte außerdem die Klebekraft der Klebestreifen deutlich beeinträchtigen.

Wenn eine Kundin bereits nach drei Wochen mit weiß werdenden oder rutschenden Keratinkapseln zurückkommt, wird häufig zuerst die Einarbeitung infrage gestellt.

Genau diesem Thema haben wir einen ausführlichen Artikel gewidmet:

Keratin-Extensions nach einer Woche verloren – wer trägt die Verantwortung?

In den meisten Fällen liegt die Ursache im Badezimmer der Kundin – und nicht in deiner Arbeit.

Ein Shampoo-Etikett in 30 Sekunden richtig lesen

Dafür brauchst du keinen Chemieabschluss.

Bitte deine Kundin einfach, ihr Shampoo zum Termin mitzubringen. Drehe die Flasche um und wirf einen Blick auf die ersten fünf Inhaltsstoffe.

InhaltsstoffUnsere Einschätzung
Sodium Lauryl Sulfate (SLS)Nicht geeignet – eines der aggressivsten Tenside.
Sodium Laureth Sulfate (SLES)Ebenfalls nicht empfehlenswert – etwas milder als SLS, aber für Extensions noch immer zu stark.
Ammonium Lauryl Sulfate (ALS)Gehört zur gleichen Familie – daher ebenfalls ungeeignet.
Coco-Glucoside, Decyl GlucosideEin gutes Zeichen – milde Tenside auf Kokosbasis.
Sodium Cocoyl IsethionateSehr gute Wahl – reinigt gründlich, ohne die Haarlängen unnötig auszutrocknen.
Cocamidopropyl BetaineGut geeignet, sofern es mit milden Tensiden kombiniert wird.

Erscheint einer der drei erstgenannten Sulfate ganz oben in der Zutatenliste, sollte dieses Shampoo zwar weiterhin von der Familie benutzt werden dürfen – aber nicht von deiner Kundin.

Vorsicht auch vor falschen Versprechungen.

Ein Shampoo kann zwar als sulfatfrei beworben werden, gleichzeitig aber sehr viele Öle oder stark pflegende Inhaltsstoffe enthalten. Bei Keratin-Extensions kann das – je nach Anwendung – funktionieren. Bei Tape-Extensions können fettige Rückstände an den Ansätzen und Klebestellen jedoch dazu führen, dass sich die Tapes deutlich schneller lösen.

Für Tape-Extensions gilt deshalb eine einfache Regel: sulfatfreies Shampoo und keinerlei ölhaltige Produkte auf den Ansatz oder die Befestigungen auftragen.

Unsere Empfehlung: die KooSwalla-Pflegeserie

Bei Extens-Hair vertrauen wir auf KooSwalla, eine australische Pflegeserie mit Arganöl, die ursprünglich für durch Sonne, Salzwasser und äußere Einflüsse strapaziertes Haar entwickelt wurde.

Genau in diesem Zustand befinden sich auch Haarverlängerungen: Das Haar wird nicht mehr natürlich von der Kopfhaut versorgt und benötigt deshalb eine besonders schonende Pflege.

Die drei Produkte ergänzen sich optimal:

  • Das Shampoo reinigt sanft, ohne das Haar unnötig auszutrocknen.
  • Der Conditioner erleichtert das Entwirren.
  • Die Haarmaske schenkt den Längen Geschmeidigkeit, Glanz und Fülle.

Du kannst deiner Kundin direkt die KooSwalla-Pflegeserie für Haarverlängerungen empfehlen.

Friseure profitieren nach der Freischaltung ihres Profikontos außerdem von attraktiven Einkaufskonditionen.

Ein wichtiger Hinweis für Tape-Extensions: Arganöl wird ausschließlich in die Haarlängen und Spitzen eingearbeitet – niemals auf die Klebestellen oder den Haaransatz.

Diese Regel gilt für sämtliche Pflegeprodukte – selbst für die hochwertigsten.

Das Shampoo verkauft sich am Waschbecken – nicht auf einer Einkaufsliste

Eine Extension-Spezialistin, mit der wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten, hat das Shampoo inzwischen fest in ihr Verlängerungspaket integriert.

Ihre Regel ist ganz einfach: Die Kundin verlässt den Salon mit der passenden Pflege.

Sie hatte einen ganzen Winter lang kostenlos Keratinkapseln erneuert, die bereits nach drei Wochen ausgefallen waren – immer aus demselben Grund: ein günstiges 2-in-1-Shampoo aus dem Supermarkt.

Seit sie ihren Kundinnen das passende Shampoo direkt mitgibt, haben sich ihre Reklamationen nach eigener Aussage etwa halbiert.

Eine handschriftliche Pflegeanleitung auf einer Visitenkarte verschwindet schnell oder wird vergessen, sobald das gewohnte Shampoo im Angebot ist.

Was wirklich funktioniert:

  • Das passende Shampoo wird direkt am Tag der Einarbeitung mitgegeben.
  • Eine zweiminütige Demonstration am Waschbecken.
  • Klare und leicht verständliche Pflegehinweise zum Mitnehmen.

Zeige deiner Kundin die richtigen Handgriffe:

  • Lauwarmes Wasser verwenden.
  • Das Shampoo zuerst in den Händen aufschäumen.
  • Die Kopfhaut sanft massieren, ohne die Befestigungen gegeneinander zu reiben.
  • Mit aufrechter Kopfhaltung gründlich ausspülen.
  • Die Befestigungen niemals über längere Zeit feucht lassen.

Erinnere sie außerdem an die wichtigsten Regeln:

  • Die von der Stylistin empfohlene Wartezeit bis zur ersten Haarwäsche einhalten.
  • Wenn möglich nur zwei- bis dreimal pro Woche die Haare waschen.
  • Die Ansätze und Befestigungen nach jeder Haarwäsche sorgfältig trocknen.

Alle Tipps findest du ausführlich in unserem Ratgeber:

Haarverlängerungen richtig pflegen – die 5 goldenen Regeln

Ein perfekter Link, den du deiner Kundin zusammen mit der Rechnung oder deiner Pflegeanleitung schicken kannst.

Und was deine Marge betrifft: Du verkaufst nicht einfach ein zusätzliches Pflegeprodukt – du schützt deine eigene Arbeit.

Eine kostenlos erneuerte Keratinkapsel kostet dich am Ende deutlich mehr als der Gewinn, den du mit einer Shampoo-Flasche erzielst.

Ist Babyshampoo sanft genug?

Diesen Tipp liest man überall – doch er stimmt nur teilweise.

Babyshampoos wurden in erster Linie entwickelt, damit sie in den Augen nicht brennen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie für Haarverlängerungen oder Keratinkapseln geeignet sind.

Viele enthalten nach wie vor Sulfate.

Deshalb gilt weiterhin: Immer die Inhaltsstoffe lesen.

Und Trockenshampoo zwischen zwei Haarwäschen?

Auf dem Oberkopf – als schnelle Lösung – ja.

Direkt auf die Reihen der Befestigungen sollte Trockenshampoo jedoch niemals gesprüht werden.

Die Pulverrückstände können sich dort ansammeln, sich mit Talg vermischen und insbesondere im Nackenbereich zu Verfilzungen führen.

Kann die Kundin ihren bisherigen Conditioner weiterverwenden?

Auf den Haarlängen und Spitzen ja – vorausgesetzt, das Produkt ist nicht zu reichhaltig und hinterlässt keine starke Silikonablagerung.

Auf den Haaransatz oder die Befestigungen darf Conditioner jedoch niemals aufgetragen werden – unabhängig von der verwendeten Extensions-Methode.

Der wichtigste Reflex nach jeder neuen Haarverlängerung

Bereite für jede Kundin ein kleines Pflegepaket vor:

  • Ein sulfatfreies Shampoo für Haarverlängerungen.
  • Eine spezielle Extensions-Bürste.
  • Klare Pflegehinweise in schriftlicher Form.
  • Eine Erinnerung an die Wartezeit bis zur ersten Haarwäsche sowie an das gründliche Trocknen der Befestigungen.

Eine Kundin, die den Salon gut vorbereitet verlässt, kommt zur nächsten Nachbehandlung zurück – und nicht wegen einer Reklamation.